Unsere Heimat

Unser Gasthof liegt im Ortsteil Tinnen der Stadt Haren (Ems) direkt an der „ Tinner Dohse“, ein Naturschutzgebiet mit ausgedehnt Moor- und Heideflächen und dem „Tinner Loh“. Das Tinner Loh ist ein 13 ha große Naturschutzgebiet besteht aus altem Buchenwald, der lange Zeit beweidet wurde (Hutewald) und dessen 200 bis 500 Jahre alten und teilweise mehrstämmigen Buchen dem Gebiet einen besonderen Charakter geben. Totholz- und Höhlenreichtum machen den Wald zu einem sehr wichtigen Bereich für Vögel und holzbewohnende Insekten.

Tinnen.. .”Is dor nix to fin’en...
… as Museködel und Spinnen ??”

Dieser eher abfällige Satz wurde schon oft der Ortschaft Tinnen nachgesagt. Dabei kann der Ort Tinnen auf eine lange Vergangenheit zurückblicken (erstmalig wurde die Ortschaft “Dynnum” im 11. Jahrhundert erwähnt) und sich an einer gegenwärtig positiven Entwicklung erfreuen. Im folgenden soll der geschichtliche Werdegang der Ortschaft grob skizziert und einige wichtige Eckdaten genannt werden: Die Bauernschaft Tinnen war Bestandteil der Kurie Lathen, die wiederum hoheitlich zum Kloster Corvey gehörte. Das Kloster Corvey trieb u.a. von der Burg Haren die Missionierung der Region Emsland und Ostfriesland voran.

Über die Jahrhunderte verlor aber das Kloster seinen Einfluß über die Region bis hin zum völligen Verlust sämtlicher Besitzungen, Einkünfte und Gerechtsame. Im 15. Jahrhundert gingen schließliche die corveyischen Ländereien im Emsland und Ostfriesland an den Bischof zu Münster über. Das hieß, dass auch die Ortschaft Tinnen von nun an in den Steuerlisten des münsteraner Bischofs geführt wurde.

Im Jahre 1803 wurden die dahin bestehenden Territorien durch den französischen Kaiser Napoleon I. neu geordnet. Das Niederstift Münster wurde u.a. aufgelöst und das Emsland in neue Verwaltungseinheiten aufgeteilt (Herzogtum Arenberg - Meppen). In den Jahren 1820 und 1859 schlossen sich zwei weitere Verwaltungsreformen an.

Tinnen gehörte zunächst verwaltungsrechtlich zum Amt Meppen, dann zur Vogtei Lathen und nach deren Auflösung bis ins 20. Jahrhundert zum preußischen Verwaltungsbezirk Aschendorf. Im Zuge der Samtgemeindeordung 1961 und 1963 war Tinnen politisch vorübergehend der Gemeinde Emmeln angeschlossen. Seit 1974 gehört Tinnen aber politisch der Stadt Haren an.

Im Jahre 1811 zerstört ein großes Feuer beinahe die Hälfte aller Häuser und Höfe in Tinnen (der Wiederaufbau zog sich bis etwa 1879 hin). Um 1862 begann man mit dem Bau einer Kirche im Ort. An der Ortschaft angrenzend wurde 1876 der kruppsche Schießplatz (heutige WTD) eingerichtet. Um 1879 wurde die heutige B70 fertiggestellt und eröffnet. Im Jahre 1928 wird Tinnen an das öffentliche elektrische Netz angeschlossen.

Unter den Weltkriegen hatte auch Tinnen schwer zu leiden. Es gab viele in den Kriegen gefallene oder vermißte Angehörige in den einzelnen Familien zu beklagen. Nach dem 2. Weltkrieg (1949/50) wurde das Meßkorn (eine bis dahin an die Pfarrei Lathen abzuführende Kirchensteuer) abgeschafft. 1964 wurde ein neues Schulgebäude für die Grundschuljahrgänge 1-4 gebaut. 1995 erhielt Tinnen ein neues Pfarrheim, 1999 wurden erste Dorferneuerungsmaßnahmen durchgeführt. Besonders erwähnenswert sind neben all den baulichen Daten die vielen Gruppen, Vereine und Gemeinschaften mit ihren regen Aktivitäten und Vereinsleben. So sind seit Jahren bzw. Jahrzehnten der örtliche Schützenverein, Sportverein, die Frauengemeinschaft, das Landvolk, 2 Musikkapellen, eine Jagdhorngruppe, verschiedene Interessensgemeinschaften im Ort präsent und aktiv.

Tinnen ist wie viele andere Gemeinden auch stark von der Landwirtschaft geprägt gewesen. Leider blieb der starke Strukturwandel auf diesem Sektor auch für Tinnen nicht ohne Folgen. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging wie anderenorts auch in Tinnen stark zurück.

Um so erfreulicher ist es, dass zum einen die eigene Jugend im Dorfe bleibt und zum anderen mit dem neuen Baugebiet auch neue, auswärtige Familien in Tinnen eine Bleibe gefunden haben.

Also, dass es in Tinnen nichts zu “finden” gibt, dass also Tinnen nicht lebenswert sei, ist so wohl nicht richtig!